Kirche Scheibenberg

Gott: "Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst."

Geistliches Wort

Nachfolge!?

Wie ihr nun den Herrn Christus Jesus angenommen habt, so lebt auch in ihm und seid in ihm verwurzelt und gegründet und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und seid reichlich dankbar. Kol 2, 6-7

Vor 3 Wochen traf ich Bastian wieder, einen jungen Ehemann, den ich auswärts getraut hatte und der vorher zum Erwachsenenkurs gekommen war. Bastian war wirklich Feuer und Flamme. Nicht nur für seine nette Frau, sondern für Jesus Christus und seine Gemeinde. Aus einem unchristlichen Elternhaus stammend, hatte er sich auf die Suche gemacht. Als er seine Freundin kennenlernte, die als Christ lebte und sich in der Gemeinde engagierte, merkte er, dass es offenbar ganz andere Werte gibt, als er bisher dachte. In dieser Zeit hat er ‘Jesus Christus angenommen’, wie es im Bibelspruch heißt. Daraus hat er die positiven Konsequenzen gezogen. Bastian bringt sich ein, er arbeitet mit; er kümmert sich um benachteiligte Kinder in der Stadt, bereichert mit Frau und Freunden musikalisch den Gottesdienst, hilft bei Jugendrüstzeiten mit und hat inzwischen festgestellt, dass er viel mehr Begabungen hat, als er selber wusste. Er ist ein froher Mensch geworden, und ich habe nicht durch die rosarote Brille geschaut. In seiner Bibel gibt es zahllose Notizen und im Gottesdienst tankt er auf.

Es war eine schöne Begegnung, auch für mich. Aber sie hat mich auch ins Nachdenken gebracht. Haben nicht so viele Jesus Christus langsam oder schnell, angenommen, oder das wenigstens behauptet? Ist nicht jede Konfirmation ebenfalls so ein Punkt? Und wenn z.B. Jubelkonfirmation gefeiert, werden wir daran erinnert und gerufen. Hat GOTT nicht in so vielen Leben gewirkt? Hat ER nicht durch so viele Tiefen geführt und ist in der Finsternis bei uns geblieben? Hat ER nicht immer wieder Glück und Freude geschenkt, oder viele, lange Lebensjahre? Gab es nicht viele Bewahrungen oder auch warnende, schmerzhafte Erfahrungen? Aber wo sind die Konsequenzen? Für alles nehmen wir uns Zeit, aber dafür, dass wir tiefer ‘verwurzelt und gegründet’ im Glauben werden, dafür nicht! Gott fragt: Wo bist du?
Der Menschen ähnelt den Tulpenzwiebeln, die hier oben bei uns im Gebirge ja hoffentlich Ende April blühen werden. Wachsen und blühen kann so eine Tulpe nur, wenn die Zwiebel gut und tief genug in der Erde steckt. Liegt sie im Winter oben drauf, hat der Frost leichtes Spiel. Eine Tulpe kann sich ihren Standort nicht aussuchen, aber wir Menschen können es. Ebenso können wir alles dafür tun, dass wir immer tiefere Wurzeln im Glauben ausbilden. Das geschieht nicht von allein, sondern immer wieder nur in der Verbindung zu dem auferstanden Herrn, Jesus Christus. Er hat versprochen dort zu sein, wo sich seine Gemeinde versammelt, dort, wo sein Wort verkündet wird, dort, wo das Abendmahl gefeiert wird und dort, wo der Segen vollmächtig weitergegeben wird. All das geschieht im Gottesdienst. Ist nicht das Mitfeiern schon der erste Schritt der Dankbarkeit und ein Zeichen des Glaubens? Gott fragt: Wo bist Du?

Werde keine vertrocknende alte Zwiebel, sondern wachse und blühe und lebe!

Euer Pfarrer Stephan Schmidt-Brücken

Zur Konfirmation ein Navi?
Stell das gute Ziel ein.

Das Navi, also das Navigationssystem in meinem Auto ist schon eine nützliche Erfindung. Vorausgesetzt, man hat gelernt, das Ding richtig zu programmieren. Ich kann Orte, Straßen, Hausnummern einstellen aber auch die nächste Tankstelle. Dann sagt und zeigt es mir, wie ich zu fahren haben. Wer viel unterwegs ist, weiß diesen Komfort zu schätzen. Die schönste Taste aber heißt ‘Nach Hause’. Die Taste habe ich einmal programmiert und seitdem weiß mein Navi, wo ich zu Hause bin. Es führt mich zuverlässig aus dem Gewirr jeder Großstadt zurück ins Erzgebirge, selbst aus dem Ausland. Es zeigt mir aber auch, wie weit ich vom Ziel weg bin. Dann sagt es vielleicht: Sie befinden sich in einer Sackgasse, fahren sie 500 Meter gerade aus und wenden sie an der nächsten Kreuzung. Bitte folgen sie den Markierungen! Achten sie auf die veränderte Verkehrsführung. Folgen sie dem Straßenverlauf! Oder einfach: Achtung!, wenn ich zu schnell bin. Mein Navi kann das, denn es bekommt Signale per Satellit, also vom Himmel.
So ein Navi müsste der Mensch in seinem Kopf haben, das ihn zu guten Lebenszielen bringt, und dann auch noch sagt, wo man abbiegen oder wenden, beschleunigen oder bremsen muss. Oder noch besser, so eine Taste mit der Aufschrift: Nach Hause! Aber damit meine ich nicht meine Wohnung, sondern dass ich jetzt und hier zuverlässig durch das Labyrinth der Zeit manövriert werde und einmal bei Gott ankomme, dort wo jeder Mensch ganz zu Hause sein kann.  Doch das Ziel muss auch erst mal eingegeben werden und diese Begleitung muss ich wollen. Wenn ich es aber will, dann sendet mir der Himmel, unser lebendiger Gott auch Signale. Signale für die richtige Route durch das Labyrinth der Meinungen und Irrwege. Schon in der Bibel gibt es jede Menge Signale, auch die klare Aufforderung, falsche Richtungen zu verlassen und am Kreuz zu wenden.
Am morgigen Palmsonntag werden die ersten diesjährigen Konfirmationen in den evangelischen Kirchen gefeiert. Die Jugendlichen werden öffentlich gefragt, ob sie ihr ‘Lebensnavi’ auf das Ziel Gottes einstellen, auf seine Signale achten und ihnen folgen wollen; also an Gott glauben und mit ihm leben wollen? Da kann jeder in eigener Entscheidung seine Programmierung bekannt geben. Dann folgt die Segnung, man könnte sagen, da wird diese Lebenseinstellung bestätigt. So gehören die Konfirmanden zu denen, die von allen Ecken und Enden der Welt in Richtung ‘Zu Hause bei Gott’ unterwegs sind.    Unsere Lebensreise kann eine lange Fahrt werden, durch wunderschöne Landschaften aber auch an Abgründen entlang. Durch einsame Gebiete oder Abschnitte voller Leben, durch dürre Jahre oder auch in Sackgassen und Irrwege. Aber auch da noch ist das Signal Gottes zu empfangen, denn er kann und will Menschen überall und lebenslang begleiten. Darum heißt es Psalm 37,5: Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf IHN, er wirds wohl machen! Auch im finstersten Winkel kann ich auf meinem ‘Lebensnavi’ ganz neu die Taste ‘Nach Hause’ drücken und mit Gott neuen Kontakt aufnehmen. Das passiert übrigens durch das ehrliche Gebet. Er wird mich von da an begleiten und dann eine Route finden lassen, die mich zu seinem guten Ziel navigiert.

Das wünscht jedem: Eurer Pfarrer

Stephan Schmidt-Brücken

Kirche Scheibenberg