Kirche Scheibenberg

"Ich glaube; hilf meinem Unglauben!" Markus 9,24 (Jahreslosung 2020)

Geistliches Wort

Bei Gott ist Hilfe und Stabilität

Liebe Gemeinde, liebe Brüder und Schwestern !

Durch die ersten Worte aus Psalm 43  ist dieser Sonntag  zu seinem lateinischen Namen gekommen. 

Judica me Deus – Schaffe mir Recht, Gott!

Es ist der Hilferuf, das Gebet eines Menschen, der von ‘unheiligen’ Mitmenschen erniedrigt wird. Von Leuten, die mit dem Heiligen nichts zu tun haben wollen und denen auch Wahrheit und Gerechtigkeit nichts bedeuten. Das ist schrecklich! Doch genau das musste Jesus erleben – aber er hat diese Erniedrigung zum Segen umgewandelt, für alle, die sich IHM anschließen. Davon bezeugt der Predigttext aus Hebräer 13, 12-14:

12 JESUS hat, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. 13 So lasst uns nun zu IHM hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. 14 Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Man wollte Jesus loswerden, darum ging es in der Machtzentrale Jerusalem schon eine ganze Zeit. Man wollte seine Worte nicht mehr hören, seinen Ruf zur Nächstenliebe, seine Aufforderung (an uns), die Gebote Gottes wirklich ernst zu nehmen, seine Hinwendung zu den Armen, seinen Anspruch, dass ER der Weg zu Gott ist, das Licht der Welt.

Das passte gar nicht; denn man hatte sich anders eingerichtet.

Jesus brachte alles durcheinander, ER weckte auf und schreckte auf. Und das tut er bis heute. Darum musste er weg.  Sichtbar am Kreuz und doch im Abseits sollte er sterben. Dort, wo keiner gerne sein will, ausgeschlossen, ausgegrenzt, abgesondert von den anderen; draußen vor dem Tor (V 12).

Die Aussonderung sollte so beschämend sein, dass sich niemand jemals mehr zu diesem Mann bekennen würde.                Wir wissen, das ganze Gegenteil ist eingetreten.

Die Mächtigen meinten damals zwar, dass sie Jesu aussortiert hätten, aber die Bibel macht klar (V 12), Jesus hat diesen Platz freiwillig gewählt, für uns. Alles war schon in Gottes Plan vorgesehen und durch die Propheten angekündigt. Nichts war da ‘Zufall’.

Ein ganz aktuelles Beispiel drängt sich mir auf: Wir werden in die Isolation geschickt. Das ist schon belastend, macht einsam, obwohl wir ja heute viele technische Möglichkeiten zur  Kommunikation haben. Wir bleiben in der Quarantäne, um uns und andere nicht zu gefährden. Jesus ist in die Isolation gegangen, um das Volk zu ‘heiligen’ (V 12). Also um alle Menschen, die das wollen, neu in die Verbindung mit dem heiligen GOTT des Lebens zu bringen.

Denn Jesus war als einziger nicht mit dem Sünden-Virus infiziert. Er war immun und ließ sich doch aussondern. Er opfert sein Leben. Seine ‘Blutspende am Kreuz’ ist wie ein Serum, das den Virus Sünde unschädlich macht. Was für ein Liebe zu uns, was für ein großartiges Angebot für uns! Bei Jesus Christus ist Frieden.

Und weil das so unglaublich großzügig von IHM ist, kann es uns nun wirklich nicht peinlich sein, als Christen erkannt zu werden. Wenn Christen deshalb belächelt oder ausgegrenzt werden, dann lasst uns das mit Würde tragen (V 13). Wenn wir zu IHM stehen, dann steht er sicher zu uns!

Ja, menschliche Anerkennung ist schon schön, aber eben auch vergänglich (V14). Sie bleibt nicht. Gottes Anerkennung aber bleibt, sogar für immer. Hier auf Erden hat niemand einen sicheren Platz, das merken wir jetzt alle ganz deutlich. Aber in Gottes Zukunft gibt es Sicherheit. Diesen Halt bei GOTT, diese Stabilität, die sollen unsere Mitmenschen jetzt auch durch uns spüren. Bei Gott ist Hilfe, Stabilität und Frieden zu finden. Das gilt! Amen

Ihr/Euer Pfarrer Stephan Schmidt-Brücken

Zur Konfirmation ein Navi?
Stell das gute Ziel ein.

Das Navi, also das Navigationssystem in meinem Auto ist schon eine nützliche Erfindung. Vorausgesetzt, man hat gelernt, das Ding richtig zu programmieren. Ich kann Orte, Straßen, Hausnummern einstellen aber auch die nächste Tankstelle. Dann sagt und zeigt es mir, wie ich zu fahren haben. Wer viel unterwegs ist, weiß diesen Komfort zu schätzen. Die schönste Taste aber heißt ‘Nach Hause’. Die Taste habe ich einmal programmiert und seitdem weiß mein Navi, wo ich zu Hause bin. Es führt mich zuverlässig aus dem Gewirr jeder Großstadt zurück ins Erzgebirge, selbst aus dem Ausland. Es zeigt mir aber auch, wie weit ich vom Ziel weg bin. Dann sagt es vielleicht: Sie befinden sich in einer Sackgasse, fahren sie 500 Meter gerade aus und wenden sie an der nächsten Kreuzung. Bitte folgen sie den Markierungen! Achten sie auf die veränderte Verkehrsführung. Folgen sie dem Straßenverlauf! Oder einfach: Achtung!, wenn ich zu schnell bin. Mein Navi kann das, denn es bekommt Signale per Satellit, also vom Himmel.
So ein Navi müsste der Mensch in seinem Kopf haben, das ihn zu guten Lebenszielen bringt, und dann auch noch sagt, wo man abbiegen oder wenden, beschleunigen oder bremsen muss. Oder noch besser, so eine Taste mit der Aufschrift: Nach Hause! Aber damit meine ich nicht meine Wohnung, sondern dass ich jetzt und hier zuverlässig durch das Labyrinth der Zeit manövriert werde und einmal bei Gott ankomme, dort wo jeder Mensch ganz zu Hause sein kann.  Doch das Ziel muss auch erst mal eingegeben werden und diese Begleitung muss ich wollen. Wenn ich es aber will, dann sendet mir der Himmel, unser lebendiger Gott auch Signale. Signale für die richtige Route durch das Labyrinth der Meinungen und Irrwege. Schon in der Bibel gibt es jede Menge Signale, auch die klare Aufforderung, falsche Richtungen zu verlassen und am Kreuz zu wenden.
Am morgigen Palmsonntag werden die ersten diesjährigen Konfirmationen in den evangelischen Kirchen gefeiert. Die Jugendlichen werden öffentlich gefragt, ob sie ihr ‘Lebensnavi’ auf das Ziel Gottes einstellen, auf seine Signale achten und ihnen folgen wollen; also an Gott glauben und mit ihm leben wollen? Da kann jeder in eigener Entscheidung seine Programmierung bekannt geben. Dann folgt die Segnung, man könnte sagen, da wird diese Lebenseinstellung bestätigt. So gehören die Konfirmanden zu denen, die von allen Ecken und Enden der Welt in Richtung ‘Zu Hause bei Gott’ unterwegs sind.    Unsere Lebensreise kann eine lange Fahrt werden, durch wunderschöne Landschaften aber auch an Abgründen entlang. Durch einsame Gebiete oder Abschnitte voller Leben, durch dürre Jahre oder auch in Sackgassen und Irrwege. Aber auch da noch ist das Signal Gottes zu empfangen, denn er kann und will Menschen überall und lebenslang begleiten. Darum heißt es Psalm 37,5: Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf IHN, er wirds wohl machen! Auch im finstersten Winkel kann ich auf meinem ‘Lebensnavi’ ganz neu die Taste ‘Nach Hause’ drücken und mit Gott neuen Kontakt aufnehmen. Das passiert übrigens durch das ehrliche Gebet. Er wird mich von da an begleiten und dann eine Route finden lassen, die mich zu seinem guten Ziel navigiert.

Das wünscht jedem: Euer Pfarrer

Stephan Schmidt-Brücken

Kirche Scheibenberg